Entrepreneurship: Mitarbeitende als Treiber für Transformation und industrielle Wertschöpfung

Während die deutsche Wirtschaft in einer ihrer schwersten Krisen steckt, bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber oft ungenutzt: die kollektive Intelligenz der Mitarbeitenden. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen Antworten auf ihre drängendsten Fragen finden.

 

Mitarbeitende eines großen Düsseldorfer Industrieunternehmens haben in einem Workshop beispielhaft gezeigt, wie sich eine Krise als Chance nutzen lässt. In nur zwei Tagen durchdachten sie die gesamte Wertschöpfungskette neu, identifizierten unnötige Margenfresser, machten ungenutzte Potenziale sichtbar und entwickelten neue Geschäftsideen, um den wirtschaftlichen Wandel voranzutreiben.

 

Hier der anonymisierte Ablauf des Workshops*:

 

Unsere Wachstumsoffensive: „Potenziale heben und Komplexität senken“

 

Teilnehmer: Geschäftsführung, die Bereichsleiter (Vertrieb, Produktion, Entwicklung) sowie die Key-Stakeholder.

 

Dauer: 2 Tage Offsite

 

Tag 1: Bestandsaufnahme und unser schonungslose Blick nach innen

 

Teil A: Status quo kritisch hinterfragen (09:00–12:30 Uhr)

  • Impuls: Warum unsere operative Exzellenz allein nicht mehr reicht (Strukturkrise vs. Konjunkturkrise).
  • Unsere Wertschöpfungskette radikal neu denken (Methodik: „Job-to-be-Done“-Analyse). Was kauft unser Kunde wirklich? (Nicht die Bohrmaschine, sondern das Loch in der Wand.)
  • KI-Fokus: Wo liegen unsere Datenschätze? (z. B. Sensordaten, die Predictive Maintenance oder neue Service-Level-Agreements ermöglichen).

 

Kundenportfolio-Check (ABC-Analyse 2.0)

  • Klassifizierung nach Deckungsbeitrag und Zukunftspotenzial statt Umsatz
  • Identifikation von „Margenfressern” und „stillen Stars”

 

Mittagspause (12:30–13:30 Uhr)

 

Teil B: Externe Hebel und Marktchancen (13:30–17:00 Uhr)

 

Ökosystem und Kooperationen

  • Wo können wir durch Partnerschaften schneller sein? (z. B. Software-Partner statt Eigenentwicklung).
  • Internationalisierung und Markttransfer
  • Transfer bestehender Kompetenzen auf angrenzende Branchen (Cross-Industry)
  • Abend-Session: „Kill the Company“ – eine spielerische Übung: Wie würde ein Start-up uns heute angreifen?

 

Tag 2: Interne Aktivierung und der 90-Tage-Masterplan

 

Teil C: Struktur und Effizienz (09:00–12:30 Uhr)

  • Komplexitäts-Diät
  • Analyse der Variantenvielfalt (80/20-Check)
  • Entwurf modularer Baukästen zur Skalierung
  • Die KI-Revolution in den indirekten Bereichen
  • Automatisierung der „White-Collar“-Arbeit: KI in der Angebotserstellung (Auto-Quoting), im Kundenservice (Bots mit technischem Wissen) und in der Arbeitsvorbereitung
  • Praxis-Check: Wo verbringen unsere Ingenieure 20 % ihrer Zeit mit Routine? Wo kann hier die KI ansetzen?

 

Mittagspause (12:30–13:30 Uhr)

 

Teil 4: Führung und Umsetzung (13:30–16:30 Uhr)

  • Führung & Fokus
  • Festlegen der Top 3–5 strategischen Schwerpunkte
  • Alles andere kommt auf die „Not-to-do-Liste”
  • Strukturelle Verankerung von Innovation

 

Methodik & Tools

  • Post-it-Stürme und Canvas-Modelle: Visualisierung der Wertschöpfungskette.
  • Daten-Dashboard-Live-Check: Echte Daten aus der Ressourcenplanung unseres Unternehmens.
  • KI-Demo: Kurze Live-Vorführung, die zeigt, wie eine KI heute technische Dokumentationen analysiert oder Angebote schreibt, um Berührungsängste abzubauen.

 

Nachverfolgung: Um zu verhindern, dass dieser Workshop als „motivierendes Strohfeuer“ endet, ohne echte strukturelle Veränderungen zu bewirken, wurden alle Maßnahmen terminiert, um die Umsetzung der Ergebnisse aus dem Workshop abzusichern. Ein wöchentliches Reporting überwacht den Prozess. Die bisherigen Daten bescheinigen eine positive Neuausrichtung und eine zukunftsfähigere Form der Wertschöpfung. Aus Gründen der Anonymität können diese hier nicht dargestellt werden.

 

* Das Workshopkonzept wurde von Mitarbeitenden des Unternehmens im Rahmen der

„Düsseldorfer Gespräche” entwickelt.

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